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- Johann Peter Hebel (1760 - 1826) -

Herkunft: Basel, Schweiz

Johann Peter Hebel war ein deutscher Dichter aus dem alemannischen Sprachraum Südbadens, evangelischer Theologe und Pädagoge. Er gilt gemeinhin als der bedeutendste alemannische Mundartdichter. Bekannt wurde er vor allem durch seine „Alemannischen Gedichte“ und durch zahlreiche Kalendergeschichten.

Johann Peter Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren, wo seine Eltern im Sommer in einem Patrizier-Haus arbeiteten. Seine Kindheit verlebte er zur Hälfte in der Stadt, zur anderen Hälfte in Hausen im Wiesental (Kreis Lörrach), dem Heimatdorf seiner Mutter Ursula, in dem sein Vater im Winter als Weber arbeitete. „Da habe ich frühe gelernt arm sein und reich sein“, erinnerte sich Hebel später in einem Entwurf für eine Predigt. Wie sich später in seinem Werk zeigte, war Hebel sowohl von Erinnerungen an das städtische Basel als auch an das ländliche Wiesental geprägt. Hebels Vater, der aus dem Hunsrück nach Südbaden gekommen war, verstarb bereits 1761 an Typhus. Ebenfalls dem Typhus erlag Hebels jüngere Schwester Susanne, die erst einige Wochen zuvor auf die Welt gekommen war. Ab 1766 besuchte Hebel die Volksschule in Hausen und ab 1769 die Lateinschule in Schopfheim, er sollte der bekannteste Schüler August Gottlieb Preuschens werden. In den Sommermonaten war er Schüler der Gemeindeschule in Basel und ab dem Jahre 1772 des dortigen Gymnasiums am Münsterplatz. Als Hebel dreizehn war, erkrankte seine Mutter schwer. Sie starb im Beisein von Hebel auf dem Heimweg von Basel nach Hausen, zwischen Brombach und Steinen.

Von Förderern finanziell unterstützt konnte Hebel 1774 ins Karlsruher Gymnasium illustre eintreten, das er 1778 abschloss. Nach einem zweijährigen Theologiestudium (1778–1780) in Erlangen trat er eine Stelle als Hauslehrer und Vikar in Hertingen an und wurde 1783 zum Präzeptoratsvikar (Hilfslehrer) am Pädagogium in Lörrach ernannt. Mit dem dortigen Schulleiter Tobias Günttert schloss Hebel Freundschaft. Über ihn lernte er auch Gustave Fecht kennen, Güntterts Schwägerin, mit der er eine lang andauernde, platonische Beziehung führte und der er zahlreiche Briefe schrieb. Hebel trat jedoch nie in den Stand der Ehe ein, obgleich er in späteren Jahren die Schauspielerin Henriette Hendel-Schütz sehr verehrte. Hebel wurde 1791 als Subdiakon ans Karlsruher Gymnasium berufen, was für ihn den Abschied von Südbaden bedeutete. Neben der Lehrtätigkeit am Gymnasium predigte er in Karlsruhe auch gelegentlich bei Hofe, wobei er sich großer Beliebtheit erfreute. 1798 wurde Hebel außerordentlicher Professor und Hofdiakon. Am Gymnasium unterrichtete er weiter mehrere Unterrichtsfächer, darunter auch Botanik und Naturgeschichte. Er unterhielt eine Pflanzensammlung, die er in einem umfangreichen Herbarium zusammengefasst hatte. Hebel war ferner mit dem Botaniker Karl Christian Gmelin befreundet, dessen „Flora badensis alsatica“ er bezüglich der botanischen (lateinischen und griechischen) Bezeichnungen und Diagnosen überarbeitete. Gmelin seinerseits nahm in diesem Werk die Simsenlilie unter dem Namen Hebelia allemannica (heute Tofieldia calyculata) auf.

Hebel blieb, von gelegentlichen Reisen in andere Landesteile abgesehen, bis zu seinem Lebensende in Karlsruhe. Sein Wunsch, sich als Pfarrer um eine Pfarrei im Wiesental kümmern zu dürfen, wurde nicht erfüllt. Er wurde 1808 Direktor eines Gymnasiums, 1819 Prälat der lutherischen Landeskirche und dadurch Mitglied der ersten Kammer des badischen Landtags. Bei der Einweihung des Landtagsgebäudes in Karlsruhe hielt Hebel die Festrede. Auch als sich 1821 die lutherische und die reformierte Landeskirche Badens zur heutigen Evangelischen Landeskirche in Baden vereinigten, stand er dieser als erster Prälat vor.

Johann Peter Hebel starb auf einer Dienstreise, er nahm noch in Heidelberg und Mannheim Schulprüfungen ab, am 22. September 1826 in Schwetzingen. Dort ist auch seine Grabstätte. Sein Nachfolger als Prälat der badischen Landeskirche wurde Johannes Bähr.

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