Autoren beginnend mit H

- Georg Friedrich Rudolph Theodor Herwegh (1817 - 1875) -

Herkunft: Stuttgart, Deutschland

Georg Friedrich Rudolph Theodor Herwegh war ein sozialistisch-revolutionärer deutscher Dichter des Vormärz (die „Eiserne Lerche“) und Übersetzer. Neben Georg Weerth gilt er als einer der bedeutendsten Dichter des deutschen Proletariats im 19. Jahrhundert.

Von Herbst 1841 bis Februar 1842 reiste Herwegh nach Paris und traf dort mit Heinrich Heine zusammen, der ihn später in seinem Gedicht "Gegen die Tendenz" ironisch als "Eiserne Lerche" verewigte. Nach seiner Rückkehr nach Zürich lieferte er sich einen publizistischen Kampf mit den Zürcher Konservativen. Aufgrund seiner bissigen Kommentare in der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ und dem von Julius Fröbel herausgegebenen Blatt „Schweizerischer Republikaner“ wurde er vom Zürcher Bezirksgericht zu einer Geldstrafe verurteilt.

Er arbeitete für die von Karl Marx redigierte „Rheinische Zeitung“ und plante, den „Deutschen Boten aus der Schweiz“ zu einem Kampforgan gegen die politische und soziale Unterdrückung in Deutschland umzustrukturieren. In dieser Zeit freundete er sich mit Ludwig Feuerbach an. 1842 reiste er nach Deutschland, um Mitarbeiter für sein Zeitschriftenprojekt zu gewinnen, und lernte in Köln Karl Marx kennen, für dessen Zeitung er schon geschrieben hatte. Außerdem bekam er eine Audienz beim preußischen König Friedrich Wilhelm IV., der gleich nach dem Treffen mit Herwegh die Zeitschrift noch vor ihrer Veröffentlichung verbieten ließ. Im Dezember ließ Friedrich Wilhelm IV. Herwegh aus Preußen ausweisen, nachdem der sich in einem offenen Brief über die politischen Verhältnisse in Deutschland beschwert hatte.

Auf der Rückreise in die Schweiz lernte er in Leipzig den Anarchisten Michael Bakunin kennen, der ihn in seinen späteren Schriften immer wieder beeinflusste. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz erhielt Herwegh das Bürgerrecht im Kanton Basel-Landschaft und stellte Verbindungen zur kommunistischen Handwerkerbewegung her. Er vermählte sich mit Emma Siegmund, der Tochter eines Berliner Bankiers. Außerdem pflegte er gute Kontakte zu Ludwig Büchner, August Becker und Wilhelm Weitling, dem prägenden Theoretiker des Bund der Gerechten. Von 1842 bis 1843 arbeitete er als Redakteur für die Zeitschrift „Die junge Generation“ und veröffentlichte 1843 „21 Bogen aus der Schweiz“, das eine Sammlung unveröffentlichter Beiträge für die Zeitschrift darstellte und die Zwanzig-Bogen-Klausel der deutschen Zensur umgehen sollte.

1843 siedelte er nach Paris um und begegnete dort erneut Karl Marx und Michael Bakunin. Des Weiteren lernte er Jenny Marx, Moses Hess, George Sand, Victor Hugo, Lamartine, Béranger, Carl Vogt und andere prominente Intellektuelle jener Zeit kennen. 1844 erschien hier der zweite Teil seiner „Gedichte eines Lebendigen“, dem es an Dynamik des ersten Bandes fehlte, und der seine republikanischen Tendenzen noch bestimmter zeigte.

  • 1
Auf jedes Menschen Angesicht liegt leise dämmernd ausgebreitet ein sanfter...
Georg Friedrich Rudolph Theodor Herwegh
  • 1