Autoren beginnend mit V

- Friedrich Theodor Vischer (1807 - 1887) -

Herkunft: Ludwigsburg, Deutschland

Friedrich Theodor Vischer, Pseudonyme Philipp U. Schartenmayer und Deutobold Symbolizetti Allegoriowitsch Mystifizinsky, war ein deutscher Literaturwissenschaftler und Philosoph im Feld der Ästhetik, Schriftsteller und Politiker. Wegen der unüblichen Schreibweise seines Namens wurde er auch als der „V-Vischer“ zitiert.

Vischer wurde als Sohn des Oberhelfers (vgl. Superintendent) Christian Friedrich Benjamin Vischer und der Christiane Stäudlin geboren. Als der Vater, der zuletzt als Militärseelsorger arbeitete, an Flecktyphus starb, zog die Familie nach Stuttgart. Ab 1821 besuchte er zusammen mit David Friedrich Strauß das niedere Seminar Blaubeuren, in dem er 1825 das Abitur ablegte.

Danach begann Vischer in Tübingen das Studium der Theologie, Philosophie und Philologie. Vischer hörte u. a. Dogmatik bei Johann Christian Friedrich Steudel und wurde von Ferdinand Christian Baur beeinflusst. 1829 lernte Vischer Ludwig Uhland und Justinus Kerner kennen und freundete sich mit Eduard Mörike an. Auch ein Besuch bei Friedrich Hölderlin fällt in diese Zeit. 1830 legte er das theologische Examen mit der bestmöglichen Note Ia ab, erhielt zudem eine Silbermedaille für seine Predigt und promovierte schließlich 1832 und legte das zweite theologische Examen ab.

Nach dem ersten Examen ging Vischer in das Vikariat nach Horrheim. 1831 wurde er Repetent am Evang.-theol. Seminar in Maulbronn. Nach der Promotion begab er sich auf eine Magisterreise über Göttingen, Berlin, Dresden, Prag und Wien nach München. 1834 wurde Vischer Repetent am Tübinger Stift, wozu er eine erfolgreiche Bewerbung auf eine Pfarrstelle in Herrenberg rückgängig machen musste. Bei Antritt der Repententenstelle war Vischer innerlich bereits der Universitätstheologie entfremdet.

Im November 1835 nahm er eine Stelle als Privatdozent für Ästhetik und deutsche Literatur an der Universität Tübingen an und habilitierte mit der Schrift Über das Erhabene und das Komische. 1837 wurde er gegen einigen Widerstand zum außerordentlichen Professor ernannt. In diesem Jahr begann er auch damit, zusammen mit David Friedrich Strauß den gegen den orthodoxen Hegelianismus Berlins aufbegehrenden Arnold Ruge in den Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik zu unterstützen und selbst die linkshegelianischen Hallischen Jahrbücher für deutsche Wissenschaft und Kunst herauszubringen. Über diese Mitarbeit und einen Streit über dessen Werk Der alte und der neue Glaube kam es dann zum Bruch mit Strauß. Zuletzt führte Ruges indifferente Haltung gegenüber Bruno Bauer dann auch zum Ende der Mitarbeit an den Jahrbüchern.

Vom Sommer 1839 bis in den Herbst 1840 bereiste Vischer Italien und Griechenland und hielt darauf dann auch Vorlesungen zur Kunstgeschichte und Malerei, aber auch viel beachtete Kollegien zu Goethe, insbesondere zum Faust, und über Shakespeare. 1844 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt und erhielt den neu geschaffenen Lehrstuhl für Ästhetik und deutsche Literatur. Das in der Antrittsvorlesung hervorgebrachte Bekenntnis zum Pantheismus führte zu einer zweijährigen Suspendierung bei vollen Bezügen.

Eine kurz darauf folgende erste Sammlung politischer Beiträge, erschienen als Kritische Gänge, wurde kurz nach der Veröffentlichung indiziert. Ab 1847 hielt Vischer wieder Vorlesungen und zog kurz darauf 1848 als Abgeordneter des Kreises Reutlingen/Urach für die Linksdemokraten in die Frankfurter Nationalversammlung und trat nun als vehementer Kritiker Bismarcks auf.

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