Autoren beginnend mit B

- Martin Buber (1878 - 1965) -

Herkunft: Wien, Österreich

Martin Buber war ein österreichisch-israelischer jüdischer Religionsphilosoph.

Obwohl selbst über und neben allen jüdischen Richtungen stehend, widmete sich Martin Buber dem Verständnis der orthodoxen und ultraorthodoxen mystischen jüdischen Bewegung im Westen. Dazu übersetzte er zahlreiche Erzählungen und Traditionen des Chassidismus in die deutsche Sprache und machte sie so bekannt. Insbesondere seine umfangreiche Textsammlung „Die Erzählungen der Chassidim“ liefert dafür ein eindrucksvolles Zeugnis. Zeit seines Lebens war Buber ein Vermittler zwischen der bedrohten traditionellen jüdischen Welt im Osten und der westlichen wissenschaftlichen und aufklärerischen Moderne. Schon zu Beginn der zionistischen Bewegung und der jüdischen Einwanderung nach Palästina mahnte er eindringlich, gute Beziehungen zu den Arabern aufzubauen. Das trug ihm viel Widerspruch, sogar Feindschaft ein.

Zusammen mit dem Philosophen Franz Rosenzweig begann Buber 1925 mit der Übersetzung der Heiligen Schrift, des Tanach, ins Deutsche. Dabei ging es den beiden Gelehrten vor allem um die sprachlich genaue Übertragung des hebräischen Urtextes unter Wahrung seines vollen Bedeutungsreichtums. Nach Rosenzweigs Tod im Jahr 1929 setzte Buber die Arbeit allein fort, die er erst 1961 abschließen konnte.

In seinen philosophischen Werken kommt bei Buber vor allem das Thema des Dialogs als anthropologisches Prinzip des Menschen zum Ausdruck. Sein Hauptwerk trägt den Titel Ich und Du und behandelt das Verhältnis des Menschen zu Gott und zum Mitmenschen als existentielle, dialogische und religiöse Prinzipien. Diese prägten später Amitai Etzioni und das kommunitaristische Denken. In Texten wie Drei Sätze eines religiösen Sozialisten plädierte er für einen religiösen Sozialismus.

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Liebe ist Verantwortung eines Ich für ein Du....
Martin Buber
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