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- Johann Heinrich Voß (1751 - 1826) -

Herkunft: Sommerstorf bei Waren (Müritz), Deutschland

Johann Heinrich Voß war Dichter und Übersetzer berühmter Klassiker.

Als Sohn eines Landmanns wuchs Voß in Penzlin auf, wo sein Vater sich als Zolleinnehmer, Gastwirt und Schulhalter betätigte (Voß' Großvater war ein freigelassener leibeigener Handwerker). Nachdem er 1766 bis 1769 die Gelehrtenschule in Neubrandenburg besucht hatte, nahm er eine schlecht vergütete Hauslehrerstelle in Ankershagen an, da er für ein Studium kein Geld hatte. Auf Einladung von Heinrich Christian Boie, dessen Aufmerksamkeit er durch Gedichtbeiträge für den von Boie begründeten Göttinger Musenalmanach erregt hatte, besuchte er seit 1772 die Universität Göttingen. Hier studierte er Philologie und wurde einer der Gründer und der führende Geist des ersten deutschen Dichterbundes, des berühmten Göttinger Hainbundes. Der Bund traf sich oft in seiner kleinen Stube in der Barfüssergasse.

Am 6. Juni 1774 wurde er Mitglied der Hamburger Freimaurerloge „Zu den drei Rosen“ und dort auch am 22. April 1775 zusammen mit Friedrich Leopold Graf Stolberg zum Meister erhoben. 1786 verließ er die Freimaurerei im Streit[1] mit der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. In zwei Briefen begründete er dies damit, dass die „Geheimbündelei“ eine Täuschung sei; er glaube nicht an die vorgeblichen Ziele, und die „geheimen Oberen“ seien offensichtlich die Jesuiten - eine zu dieser Zeit häufig vertretene Verschwörungstheorie.

1775 überließ ihm Boie die alleinige Redaktion des Musenalmanachs, den er bis 1800 herausgab, von 1780 bis 1788 zusammen mit Leopold Friedrich Günther von Goeckingk. 1777 heiratete er die Schwester Boies, Ernestine. 1778 wurde er Rektor der Lateinschule in Otterndorf an der Nordsee. 1782 übernahm er als Rektor die „Gelehrtenschule“ in Eutin (die heutige Johann-Heinrich-Voß-Schule), wo er bis 1802 (seit 1786 als Hofrat) blieb und sodann um seine Versetzung in den Ruhestand ersuchte. Er wohnte hier nach kürzeren Aufenthalten in der Wasserstraße und im ehemaligen Witwenpalais seit dem 1. Mai 1784 im „Voß-Haus“. (Das Haus fiel am 30. Januar 2006, Ernestines 250. Geburtstag, einer Brandstiftung zum Opfer.) Von 1802 bis 1805 war er Privatier in Jena. Obwohl Goethe ihn in seiner Nähe zu halten wünschte, folgte er der Berufung (durch die badische Regierung) zur Übernahme einer hochdotierten Sinekure-Professur an der Universität Heidelberg, die es im ermöglichte, sich bis zu seinem Tod völlig seinen literarischen Arbeiten, Übersetzungen und antiquarischen Forschungen zu widmen. Sein Grab befindet sich auf dem Heidelberger Bergfriedhof.

Sein Sohn Hans Voß war ein bekannter Architekt.

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