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- Jean Baptiste Molière (1622 - 1673) -

Herkunft: Paris, Frankreich

Jean Baptiste Molière war ein französischer Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker.

Er ist einer der großen Klassiker und machte die Komödie zu einer der Tragödie potenziell gleichwertigen Gattung. Vor allem erhob er das Theater für einige Jahre zum Diskussionsforum für die Probleme "richtigen" und "falschen" Verhaltens in der Gesellschaft seiner Zeit.

Molière (wie er sich vermutlich bereits ab 1643, spätestens jedoch ab Juni 1644 nannte) wurde geboren als ältester Sohn eines wohlhabenden Pariser Händlers für Heimtextilien (tapissier), der 1631 das Amt eines Tapissier du Roi kaufte, d. h. eines königlichen Raumaustatters. Mit 10 Jahren verlor er seine Mutter, mit knapp 15 auch seine Stiefmutter, beide starben im Kindbett. Seine Schulzeit absolvierte er auf dem von Jesuiten geführten Pariser Collège de Clermont, wo er eine solide klassische Bildung erhielt und einige später für ihn interessante Mitschüler hatte. Von seinem Großvater mütterlicherseits, einem Theaternarren, wurde er häufig zu Aufführungen mitgenommen, insbesondere des volkstümlichen Jahrmarkttheaters (théâtre de la foire), und gewann so erste Einblicke in eine Welt, die ihn offenbar früh faszinierte.

Mit knapp 16 legte er den Amtseid als künftiger Nachfolger seines Vaters im Tapissier-Amt ab und studierte wenig später Jura in Orléans. Zurück in Paris, erhielt er die Zulassung als Anwalt. Ob er je als solcher tätig war, ist nicht bekannt. Um dieselbe Zeit frequentierte er die Vorlesungen des Naturforschers und Philosophen Pierre Gassendi, was ihm eine gewisse Distanz zu den Dogmen der Kirche vermittelte. Offenbar verfasste er damals eine Vers-Übertragung von De rerum natura des römischen Philosophen Lukrez, die aber verlorengegangen ist.

1641 oder 1642, also mit etwa 20, lernte er die drei Jahre ältere Schauspielerin Madeleine Béjart kennen, die ihn in seinem Drang zum Theater bestärkte – gegen den Willen seines Vaters, von dem er im Sommer 1642 genötigt wurde, in Ausübung seines Tapissieramtes Ludwig XIII. auf einer längeren Reise als Einrichter der wechselnden königlichen Nachtquartiere zu begleiten.

1643 übertrug Molière das ungeliebte Amt auf seinen jüngeren Bruder, ließ sich einen Vorschuss auf das Erbe seiner Mutter auszahlen und gründete (noch unter dem Namen Poquelin) zusammen mit Madeleine Béjart, ihren Geschwistern Louis und Geneviève sowie fünf weiteren Komödianten ein Theater: L'Illustre Théâtre. Dieses ging schon 1645 pleite, wobei Molière, wie er sich nunmehr – eventuell nach einem südfranzösischen Dorf dieses Namens – nannte, vorübergehend in Schuldhaft genommen wurde. Danach schlossen er und die Béjarts sich der Wandertruppe des Schauspielers Charles Du Fresne an, die vom Duc (Herzog) d'Épernon finanziell unterstützt wurde und hauptsächlich in West- und Südfrankreich auftrat.

Schnell stieg er in der Truppe zum Direktor auf und gewann 1653 für einige Jahre den Gouverneur des Languedoc als Sponsor, den ihm aus der Schulzeit bekannten Prince (Fürst) de Conti. Das Repertoire der Truppe umfasste, neben Tragödien, Tragikomödien und Komödien der zeitgenössischen Erfolgsautoren, insbesondere auch komische Farcen und lustige Stücke im Stil der italienischen Commedia dell'arte. Spätestens 1655 begann Molière, auch eigene Werke ins Programm aufzunehmen, z. B. die in Versen verfasste Komödie L'Étourdi ou Les Contretemps (Der Tolpatsch oder die Querstreiche), die um einen pfiffigen Diener und seinen wenig lebenstüchtigen jungen Herrn spielt.

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