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- Friedrich Rittelmeyer (1872 - 1938 ) -

Herkunft: Dillingen an der Donau, Deutschland

Friedrich Rittelmeyer war ein evangelischer Pfarrer, Theologe und Mitbegründer sowie Erzoberlenker der Christengemeinschaft.

Aufgewachsen im fränkischen Schweinfurt – sein Vater war dort evangelisch-lutherischer Pfarrer – war schon dem Kind klar, dass er später beruflich im Bereich Religion arbeiten wolle. Ab 1890 studierte Rittelmeyer in Erlangen und Berlin evangelische Theologie und Philosophie. Bedeutendste Lehrer waren Adolf von Harnack und Julius Kaftan, später Oswald Külpe, der ihn zur Dissertation über Friedrich Nietzsche anregte.

Anschließend an das Studium führte eine Bildungsreise zu Begegnungen mit Theologen und sozial engagierten Pfarrern seiner Zeit, auch mit der Herrnhuter Brüdergemeine. Von 1895 bis 1902 als Stadtvikar in Würzburg tätig, übernahm er ab 1903 die Pfarrstelle des Nachmittagspredigers an der Heilig-Geist-Kirche in Nürnberg. Dort heiratete er am 5. April 1904 Julie Kerler. Mit Christian Geyer (1862–1929), dem Hauptprediger der Sebalduskirche, arbeitete Rittelmeyer eng zusammen. Zwei gemeinsame Predigtbände sind daraus entstanden. Um 1910 führten beide eine Auseinandersetzung mit der bayrischen Kirchenleitung für eine liberale Interpretation von Bibel und Bekenntnis.

1916 wurde Rittelmeyer an die Neue Kirche nach Berlin berufen, wo er als Prediger wirkte. Zunächst auch von nationaler Begeisterung erfasst, wurde er bald zum Kriegsgegner und unterzeichnete mit vier anderen Berliner Theologen anlässlich des Reformationsgedächtnisses (Oktober 1917) einen Aufruf zu Frieden und Verständigung.

Der Nürnberger Volksschullehrer Michael Bauer hatte Rittelmeyer um 1910 eine erste Begegnung mit Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, vermittelt. Die Begegnung und Auseinandersetzung mit Person und Werk Steiners beschrieb Rittelmeyer in Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner. In der sich begründenden Christengemeinschaft vollzog Rittelmeyer im September 1922 die ersten Kultushandlungen (Priesterweihe der Begründenden und Altarsakrament). Er wurde der erste „Erzoberlenker“ der „Bewegung für religiöse Erneuerung“ (Selbstbezeichnung der Christengemeinschaft) und war bei ihrem Aufbau von Stuttgart aus bis zu seinem Lebensende leitend tätig. In den Jahren des Nationalsozialismus hat er sich der Aufgabe einer ständigen Gratwanderung gestellt: zwischen kritischer geistiger Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in zahlreichen Veröffentlichungen einerseits und seiner Aufgabe, eine Überlebensstrategie für die Christengemeinschaft zu ermöglichen, für deren Fortbestand er sich verantwortlich fühlte.

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