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- Franz Emanuel August Geibel (1815 - 1884) -
Herkunft: Lübeck, Deutschland
Franz Emanuel August Geibel war ein deutscher Lyriker.
Geibel war ein Spätromantiker, dessen Werke einem klassizistischen Schönheitskult folgen. Seine Gedichte sollten formvollendet und einzig auf die Ästhetik reduziert sein. Sie waren noch vom Stil der Romantik beeinflusst, als diese längst verstrichen war. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war er einer der bekanntesten deutschen Dichter. Seine patriotischen Gedichte bildeten einen scharfen Kontrast zu den Jungdeutschen und den Naturalisten, von denen er heftig angegriffen wurde.
Teile seiner Gedichte wurden auch im Nationalsozialismus verwendet. Das Schlagwort „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen" wurde seinem Gedicht Deutschlands Beruf von 1861 entnommen. Sein wohl bekanntestes Werk ist das Gedicht Burschenlust, auch bekannt als Der Mai ist gekommen, das er 1841 auf Schloss Escheberg zu verfassen begann. Geibel versuchte sich auch als Dramatiker, zum Beispiel beim Opernlibretto Loreley, jedoch ohne großen Erfolg. Bedeutender sind seine Übersetzungen französischer, spanischer, griechischer und lateinischer Lyrik.
Theodor Fontane setzte Geibel ein literarisches Denkmal in der Prägung „Geibelei“, unter der er schöne, aber formal stereotype Lyrik verstand, die sich mit beliebigen Inhalten füllen ließe.
Thomas Mann verewigte Geibel in den Buddenbrooks in der Figur des Jean-Jaques Hoffstede, des „Dichters der Stadt“, der beim großen Familienfest im Hause Buddenbrook am Anfang des Buches ein paar Zeilen, die er eigens zu diesem Anlass zu Papier gebracht hatte, zum Besten gibt.
In der Vertonung von Justus Wilhelm Lyra aus Osnabrück wird Der Mai ist gekommen am Vorabend des 1. Mai in Osnabrück, Lübeck und anderen Orten bis heute öffentlich gesungen.
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