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- Ernst Conrad Friedrich Schulze (1789 - 1817) -

Herkunft: Celle (Niedersachsen), Deutschland

Ernst Conrad Friedrich Schulze war ein deutscher Dichter der Romantik.

Ernst Schulze wurde als Sohn des Bürgermeisters von Celle geboren. Als er zwei Jahre alt war, starb seine Mutter. Um seine Erziehung konnten sich seine nachfolgenden Stiefmütter kaum kümmern. Die Schule – er besuchte das Celler Ernstinum – konnte diese Mängel zunächst nicht ausgleichen.

Einerseits fand er Erfolg in der Rolle eines tollkühnen Rädelsführers im Kreis seiner Altersgenossen, andererseits begab er sich in eine neue poetische Welt, indem er sich als Sechzehnjähriger in Rittergeschichten, Feenmärchen und verschiedenste französische Literatur vertiefte sowie auf einsamen Wanderungen Moor- und Heidelandschaften durchstreifte.

Mit 17 Jahren schrieb sich Schulze an der Theologischen und der Philosophischen Fakultät der Georgia Augusta in Göttingen ein. Bereits im ersten Semester widmete er sich hauptsächlich der Philosophie, Philologie, Literaturgeschichte und Ästhetik zu und gab 1808 das Theologiestudium auf. Hier wurde er Mitglied des Corps Hannovera. In seiner späteren Promotionsschrift listete er wichtige Anregungen während des Studiums auf: das elegante Schreiben in der Muttersprache, das Lesen und Interpretieren des Neues Testamentes und der Propheten, das Erlernen des Hebräischen, die Beschäftigung mit lateinischen Poeten und Schriftstellern – zumal Horaz, Vergil, Tacitus, Vellejus, Catull und Cicero – und mit der Literatur von Petrarca bis in die Moderne sowie mit der griechischen Poesie. Er studierte weitgehend selbstbestimmt und vernachlässigte die Vorlesungen. Schließlich entschloss er sich zu einem Brotstudium der Altphilologie, wohl wissend, dass es zu einer Selbstentfremdung von seinem Selbstverständnis als Poet kommen konnte. Seine ersten Sonette, Episteln und Elegien legte er Friedrich Bouterwek vor, einem seiner Professoren, dem er vertraute und der nach Schulzes Tod dessen erster Biograph wurde. Bouterwek veröffentlichte Schulzes Psyche, eine Nachdichtung von Apuleius' Amor und Psyche, 1808 und 1810 in Teilen und 1819 im gesamten. Sein Urteil über Schulzes frühe Dichtungen lautete: „im Ganzen unbezweifelbare Beweise von wahrem Dichtertalent.“

Nach einem fast fünfjährigen Studium beantragte Schulze im Juni 1811 gleichzeitig Promotion und Habilitation bei der Philosophischen Fakultät. Eine voreilig gedruckte, als verworren angesehene Dissertationsschrift wurde nicht berücksichtigt. Stattdessen absolvierte Schulze eine Inauguraldisputation über elf vorgelegte, philosophische Thesen. Noch am Tag der Disputation, am 30. Januar 1811, wurde ihm das Diplom seiner Promotion ausgestellt. Die Erlaubnis zu dozieren erhielt er im März 1812, nachdem er seine dafür eingereichte Venia-Dissertation erfolgreich verteidigt hatte.

Bereits im ersten Berufsjahr hatte sich Schulzes geringes Engagement als Privatdozent und Wissenschaftler abgezeichnet. Nach der Rückkehr aus dem Kriegsdienst verstärkte sich diese Tendenz. Er stellte die Aufgaben des Gelehrten zurück und vertiefte sich bis zur Besessenheit in seine poetische Produktion. Die Hoffnung, eine Professur zu erhalten, zerschlug sich. Die zuständige Landesregierung war nicht davon zu überzeugen, dass er eine erfolgreiche Laufbahn als forschender und lehrender Altphilologie hätte beschreiten können. Er selbst verfolgte dieses Vorhaben nur halbherzig. Zu sehr stand er im Bann der Arbeit an seinen großen Versepen Cäcilie und Die bezauberte Rose. Daneben verfasste er weitere, kleinere Zyklen und Einzelgedichte, die oft um sein eigenes Befinden und seine Liebe zu Cäcilie bzw. Adelheid und um Liebe, Entsagung und Tod kreisen. Sein Tagebuch und seine Briefe, die bisher allerdings nur auszugsweise veröffentlicht worden sind, ergänzen die Gedichte. Sie zeigen ein hohes Maß an Selbsterkenntnis und Selbstanalyse und bestätigen seine innerlich zerrissene Verfasstheit, die auch im Äußeren zum Ausdruck kam. Auffallend häufig erwähnte er in vertraulichen Äußerungen seine verschiedenartigen Charaktere oder Rollen und jene Probleme, die ihm sein Rollenspiel einbrachte.

Auf größeren Wanderungen – so beispielsweise Ende September 1814 durch das Wesertal und im Herbst 1816 durch die Rhein- und Maingaue – entkam er alldem vorübergehend. Sein „Landstreichergenie“ brach sich Bahn und er konnte hoffen, „frei und fröhlich“ mit „ein wenig Liederlichkeit“ seinem eigentlichen Wesen wieder näher zu kommen und auch körperlich zu genesen.

Nach der Rückkunft von seiner Rhein-Main-Wanderung ereilte ihn Ende November 1816 in Göttingen ein Blutsturz. Anfang 1817 sprach er in einem Brief die Hoffnung aus, „künftigen Sommer nach Italien zu gehen, um dort vielleicht mehrere Jahre zu bleiben“. Noch im März 1817 kündigte er für das Sommersemester drei Lehrveranstaltungen an. Doch sein gesundheitlicher Zustand wurde immer kritischer. Kurz vor Ostern holte ihn seine Stiefmutter nach Celle. Hier erreichte den Todkranken die Nachricht, dass er bei einem von dem Leipziger Verleger Brockhaus veranstalteten Preisausschreiben den 1. Preis im Bereich „poetische Verserzählung“ für Die bezauberte Rose gewonnen habe.

Schulze starb am 29. Juni 1817 und wurde auf dem Bürgerfriedhof beigesetzt.

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Kein Schicksal gibt's; es gibt nur Mut und Willen; sei starkt durch dich, s...
Ernst Conrad Friedrich Schulze
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