Autoren beginnend mit L
- Detlev von Liliencron (1844 - 1909) -
Herkunft: Kiel, Deutschland
Detlev von Liliencron (Friedrich Adolf Axel Freiherr von Liliencron) war ein deutscher Lyriker, Prosa- und Bühnenautor.
Liliencrons Werk lässt sich nur schwer einer bestimmten Literaturzeit zuordnen. Seine Gedichte sind geprägt durch die Spannung zwischen Naturalismus und Neuromantik. Die Werke weisen Ähnlichkeiten mit der von Friedrich Nietzsche propagierten „pessimistischen Kulturkritik“ auf. Liliencrons Gedichte und Texte beeinflussten den jungen Rainer Maria Rilke genauso wie Hugo von Hofmannsthal. Insbesondere die Gedichte, in denen das moderne Leben thematisiert wird, zeigten Wirkung auf die Frühzeit des Expressionismus. Seine Großstadtgedichte wie „Broadway in New York“ greifen viele Themen auf, die von späteren Expressionisten behandelt werden.
Der 1883 erschienene Gedichtband „Adjutantenritte“, der auch lyrische Prosa beinhaltet, wurde von den Naturalisten, die Liliencron als einen von ihnen sahen, als eine neue lyrische Kunst bejubelt. Aber schon diese Sammlung zeigte den typischen Stil Liliencrons, der ihn von den Klassizisten ebenso wie von den Naturalisten abhebt. Liliencron reagiert feinfühliger als die Naturalisten auf die modernen Lebensgewohnheiten. Er vermischt die verschiedenen Sinneswahrnehmungen zu einer Synästhesie und setzt diese literarisch um. Durch diese subjektiven Wahrnehmungen und Widerspiegelung seines Inneren entwickelt er seinen persönlichen Schreibstil.
Er selbst distanzierte sich von den Naturalisten explizit mit dem Gedicht „Den Naturalisten“. Er fordert von der Dichtkunst, sie solle „Humor und die feinste Künstlerhand“ umfassen. Schon mit den ersten Veröffentlichungen zeigt Liliencron, dass er die Dichtkunst beherrscht. Ohne Probleme verwendet er die schwierigen Formen und Vorgaben der hohen Lyrik. Er experimentiert beispielsweise mit Rondeau und Ghasel.
Seine Schulden und die damit verbundenen Probleme machen sich in den Werken Liliencrons bemerkbar. So hatte er, gleich den Ästheten eine Abneigung gegen den Lebensstil des Bürgertums. Nicht zuletzt durch diese am eigenen Leibe erfahrenen Unannehmlichkeiten schloss er sich Nietzsches Kulturpessimismus an. Liliencron hielt nicht viel von den modernen Errungenschaften, vielmehr spielt in vielen seiner Gedichte die Flucht aus dem Getriebe der Großstadt in eine romantisierte Landschaft eine zentrale Rolle.
- 1
- 2
Es ist ein Jammer, dass die Spanne immer so kurz ist zwischen der Zeit, wo ...
Detlev von Liliencron
Das Essen ist einer der vier Zwecke des Daseins. Welches die drei anderen s...
Detlev von Liliencron
Die Liebe offenbart niemals, was die Freundschaft in ihrer höchsten Form s...
Detlev von Liliencron
Erfolg beruht im Allgemeinen auf dem Wissen, wie viel Zeit zum Erfolg nöti...
Detlev von Liliencron
Ich verlange keine Protektion für dieses Buch; man wird es lesen, wenn es ...
Detlev von Liliencron
In den meisten Schriftstellern sehe ich nur den Menschen, der schreibt, in ...
Detlev von Liliencron
Die politische Freiheit besteht in der Sicherheit oder wenigstens in dem Gl...
Detlev von Liliencron
Die politische Tugend fordert Selbstverleugnung,
und die fällt dem Mensche...
Detlev von Liliencron
Die nächstverwandten Religionen sind sich die bittersten Feindinnen....
Detlev von Liliencron
Sie ist Volksgut, so wie Staatsgut; an der Wahrheit der Religionen zu zweif...
Detlev von Liliencron
- 1
- 2